Nasar das Hauspferd

für Getty Images

Eigentlich, so denkt man ja, hat man nach ein paar Jahren alle Verrückten dieser Welt schon irgendwie mal kennen gelernt. Zumindest in Norddeutschland. Aber bei Steffi hatte ich mich da getäuscht.

Aber von vorne. Im Februar 2014 fragte mich eine Fotoagentur ob ich nicht mal die Frau mit dem Pferd im Haus besuchen könnte… ja kein Problem, so Meldungen hat man ja öfters mal. Pferd auf Flur, Krokodil in der Badewanne, Wels frisst Dackel, die Leute machen so allerhand mit ihren Viechern.

Erster Anruf, gellende Stimmte “Hallooo, hier ist Stefanie”… oh mein Gott, das kann ja heiter werden. Und das wurde es auch. Ein Start voller Missverständnisse, bei mir wie bei ihr. “Nach dem Telefonat dachte ich da kommt ein Mittfünfziger, der schon alles gesehn hat, und dann stands Du vor mir”. Nordisch charmant sag ich mal. “Aber als ich dann die Bilder gesehn habe… Hammer!” Ja erst den Schlag ins Genick, und dann Seelenstreichler. Ich weiß schon, warum ich die Leute im Norden so liebe.
Und so erscheint dann das erste Buch mit meinen Fotos. Wer hätte es gedacht. Ich nicht.

Die Geschichte von Steffi und ihrem Hausspferd Nasar ist wirklich eine der ehrlichsten Geschichten, die ich den Jahren, die ich hier oben im Norden unterwegs bin, erlebt habe. Steffi ist einer der Menschen, weswegen ich diesen Beruf so mag. Einer von der Sorte, die Mut machen. Die sich mehr für das interessieren was möglich ist, und nicht nur das sehen, was unmachbar scheint. Sie hat sich fest vorgenommen diese Geschichte zu erzählen, dieses Buch zu machen. Und sich nie davon beeindrucken lassen, dass das so schwer ist. Und sie hat es geschafft.