Mitarbeiterfotos: Was anziehen? Kleidung-Tipps und Checkliste für Ihr Team

Die E-Mail geht zwei Wochen vorher raus: „Am Mittwoch kommen Mitarbeiterfotos. Bitte passend kleiden.“

Und was passiert am Mittwoch? Die Hälfte hat die E-Mail nicht gelesen. Drei sind überrascht, dass heute überhaupt ein Shooting stattfindet. Einer hat sein gutes Hemd vergessen. Und eine Kollegin steht in Rüschenbluse vor der Kamera. Sollte besonders schick aussehen.

Das passiert nicht selten. Das passiert regelmäßig.

Die Kleidungsfrage bei Mitarbeiterfotos ist einfach zu lösen. Nicht mit einer Kleiderordnung. Sondern mit klarer Kommunikation vorab. Hier finden Sie die Lösung. Inklusive einer Checkliste, die Sie direkt an Ihr Team weiterleiten können.

Die wichtigste Regel zuerst

Die richtige Kleidung für ein Fotoshooting im Business-Kontext ist kein Hexenwerk. Ziehen Sie das an, was Sie auch bei einem wichtigen Kundentermin tragen würden.

Nicht das Outfit für den Freitagabend. Nicht den Anzug, der seit der Hochzeit im Schrank hängt. Sondern das, worin Sie sich professionell und gleichzeitig wohlfühlen.

Wer sich verkleidet, sieht verkleidet aus. Das erkennt man auf jedem Foto.

Nicht die Branche entscheidet. Sondern der Zweck.

Die meisten Kleidungs-Ratgeber sortieren nach Branche: Kanzlei = Anzug, Startup = Hoodie, Handwerk = Arbeitskleidung. Das greift zu kurz.

Entscheidend ist: Wofür werden die Fotos eingesetzt?

Employer Branding und Karriereseite:
Hier wollen Sie zeigen, wie es bei Ihnen wirklich zugeht. Bewerber sollen sich wiedererkennen. Echtheit zählt mehr als Formalität. Wenn Ihr Team im Alltag Jeans und Sneaker trägt, darf das auch auf dem Foto so sein.

Website, Sales und Kundenkommunikation:
Hier geht es um die Erwartung Ihrer Kunden. Ein Steuerberater in Jeans irritiert. Ein Kreativdirektor im Dreiteiler auch. Die Kleidung muss das Signal senden, das Ihr Gegenüber erwartet.

LinkedIn und Pressefotos:
Business Casual bis formell. Gepflegt, unaufgeregt. Der Fokus liegt auf dem Gesicht, nicht auf der Kleidung.

Mode ist ein Code. Kein Ausdruck von Lockerheit oder Steifheit. Sie können einen Anzug mit einer modernen Krawatte tragen und damit alles andere als steif wirken. Oder Sie tragen ein schlichtes T-Shirt und wirken trotzdem souverän. Die Kleidung muss zur Botschaft passen, die Sie senden wollen.

Farben — was funktioniert, was nicht

Farben machen auf Fotos mehr aus, als die meisten denken. Ein falsch gewählter Ton kann das ganze Bild kippen.

Was funktioniert:

  • Gedeckte, einfarbige Töne: Dunkelblau, Anthrazit, Bordeaux, Flaschengrün, Weiß, Creme
  • Dunkle Farben wirken seriös und ruhig
  • Blau ist die sicherste Wahl. Funktioniert bei jedem Hautton und jedem Einsatzzweck

Was problematisch ist:

  • Reines Schwarz schluckt Details und wirkt flach, besonders bei dunklem Hintergrund
  • Neonfarben und Knalliges lenken vom Gesicht ab
  • Feine Karos und enge Streifen erzeugen auf Fotos ein Flimmern (Moiré-Effekt). Sieht auf dem Bildschirm schlimmer aus als in der Realität

Eine Ausnahme: Wenn jemand eine auffällige Farbe zu seinem persönlichen Markenzeichen gemacht hat, kann genau das auf dem Foto funktionieren. Kein Fehler, sondern Absicht. Aber dann eine bewusste Entscheidung. Keine zufällige.

Faustregel: Einfarbig schlägt Muster. Dezent schlägt auffällig. Im Zweifel lieber einen Ton zu dunkel als zu hell.

Einheitlich heißt nicht identisch

Der häufigste Fehler bei Teamfotos: Entweder trägt jeder was anderes, oder alle bekommen dasselbe Polo-Shirt übergestülpt.

Beides funktioniert nicht.

Einheitlich bedeutet: gleiche Bildsprache. Nicht gleiche Kleidung. Ein Team darf individuell aussehen. Solange die Farbwelt stimmt und der Dresscode-Level gleich ist.

Praktisch heißt das:

  • Definieren Sie eine Farbpalette (z. B. Dunkelblau, Weiß, Grau)
  • Geben Sie ein Dresscode-Level vor (z. B. Business Casual)
  • Lassen Sie innerhalb dieses Rahmens Spielraum

Das Ergebnis: Jeder sieht aus wie er selbst. Aber alle sehen aus wie ein Team. So entstehen moderne Mitarbeiterfotos, die zusammenpassen, ohne uniform zu wirken.

Firmenkleidung mit Logo — gut gemeint, oft schlecht umgesetzt

Manche Unternehmen kaufen für das Shooting einheitliche Kleidung mit Logo. Polos, Hoodies, Hemden. Die Idee ist nachvollziehbar: einheitlicher Auftritt, Wiedererkennungswert.

Aber in der Praxis geht das oft schief. Denn die Kleidung muss auf die Person passen, die sich darin am unwohl­sten fühlt. Nicht auf die, der sowieso alles steht.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat beigefarbene Hoodies mit Logo bestellt. Beige ist eine Farbe, die bei kräftigeren Personen nicht gut wirkt. Das Ergebnis: Einige Mitarbeitende fühlten sich unwohl. Und das sieht man auf jedem Foto.

Wenn Sie Firmenkleidung für das Shooting anschaffen:

  • Wählen Sie dunkle, neutrale Farben (Dunkelblau, Anthrazit, Schwarz)
  • Achten Sie auf Schnitte, die bei verschiedenen Körpertypen funktionieren
  • Bestellen Sie Probegrößen, bevor Sie für das ganze Team ordern
  • Fragen Sie die Mitarbeitenden vorher, ob sie sich darin wohlfühlen

Wer sich unwohl fühlt, sieht unwohl aus. Das kann kein Fotograf wegretouchieren.

Die 5 häufigsten Fehler am Shooting-Tag

1. Niemand weiß Bescheid
Der mit Abstand häufigste Fehler. Die E-Mail ging raus, aber niemand hat sie gelesen. Oder die Information kam zu spät. Am Tag selbst stehen dann überraschte Gesichter vor der Kamera. Ohne Vorbereitung, ohne passende Kleidung.

2. Es wird übertrieben
Leute denken: Foto = besonders schick. Also wird aufgefahren, was der Kleiderschrank hergibt. Die beste Bluse aus dem Schrank. Dreiteiler mit Einstecktuch. Ergebnis: sieht nicht nach Team aus. Sondern nach Verkleidung.

3. Zu viel Muster
Streifen, Karos, Blümchen. Was im Alltag unauffällig wirkt, wird auf Fotos zum Störfaktor. Besonders bei kleineren Mustern entsteht der Moiré-Effekt: ein Flimmern, das die gesamte Bildwirkung zerstört.

4. Fremde Logos und Marken
Ein Hoodie mit Nike-Logo. Ein Poloshirt mit Adidas-Streifen. Dann steht die fremde Marke im Vordergrund. Nicht Ihr Unternehmen. Nicht die Person.

5. Kleidung erst am Morgen raussuchen
Dann liegt das gute Hemd zerknittert im Schrank. Oder das Sakko passt nicht mehr. Kleidung einen Tag vorher bereitlegen. Bügeln nicht vergessen.

Sonderfälle

Brillenträger:
Brille aufbehalten. Sie gehört zu Ihrem Gesicht. Ich achte beim Shooting darauf, dass keine Reflexionen im Glas entstehen. Kontaktlinsen extra einsetzen? Nur wenn Sie die sowieso tragen.

Tattoos und Piercings:
Wenn sie im Arbeitsalltag sichtbar sind, dürfen sie auch auf dem Foto sichtbar sein. Wer Tattoos verdeckt, die jeder Kunde kennt, wirkt nicht professioneller. Sondern unehrlich.

Schmuck und Accessoires:
Dezent ist gut. Auffällig lenkt ab. Alles, was mehr Aufmerksamkeit bekommt als Ihr Gesicht, ist zu viel.

So kommunizieren Sie den Dresscode an Ihr Team

Die beste Kleidungsempfehlung bringt nichts, wenn sie nicht ankommt. Und das ist das eigentliche Problem: nicht die falsche Kleidung, sondern die fehlende Information.

Schicken Sie Ihrem Team keine 3-seitige Anleitung. Sondern eine kurze, klare E-Mail. Mindestens eine Woche vorher. Und einen Reminder am Tag davor.

Vorlage (zum Kopieren und Anpassen):

Betreff: Mitarbeiterfotos am [Datum] — kurze Info zur Kleidung

Hallo zusammen,

am [Datum] machen wir neue Mitarbeiterfotos für [Website / LinkedIn / Karriereseite].

Zur Kleidung:

  • Tragt, was ihr auch bei einem wichtigen Kundentermin anziehen würdet
  • Gedeckte, einfarbige Farben (Dunkelblau, Grau, Weiß, Schwarz)
  • Keine auffälligen Muster, fremde Logos oder Neonfarben
  • Bitte einen Tag vorher bereitlegen und bügeln
  • Denkt dran: Ihr repräsentiert auf dem Foto nicht nur euch, sondern auch unsere Firma

Pro Person dauert es 10–15 Minuten. Ihr bekommt einen Zeitslot.

Bei Fragen meldet euch bei [Ansprechperson].

Kurz. Klar. Fertig.

Checkliste — direkt an Ihr Team weiterleiten

  • Einfarbige, gedeckte Kleidung (Dunkelblau, Anthrazit, Weiß, Bordeaux)
  • Dresscode-Level: [Business Casual / Business / Arbeitskleidung]
  • Kleidung einen Tag vorher bereitlegen und bügeln
  • Kein feines Karo, keine engen Streifen (Moiré-Effekt)
  • Keine fremden Markenlogos
  • Dezenter Schmuck
  • Brille? Aufbehalten. Reflexionen regelt der Fotograf
  • Haare und Bart wie im Arbeitsalltag
  • Bei Unsicherheit: Ein Wechseloberteil mitbringen

Mitarbeiterfotos in Hamburg geplant?

Ich übernehme nicht nur die Fotos, sondern helfe auch bei der Vorbereitung. Dresscode-Empfehlung, Zeitplanung, Kommunikation ans Team. Damit am Tag selbst alles läuft.

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